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Tomás Hirsch: “Frieden und Gewaltfreiheit sind für uns von jeher die zentrale Sorge gewesen. ”


Argentina Punta de Vacas | 11. Januar 2010 02:09
Der Chilene Tomás Hirsch, Vertreter des Humanismus in Lateinamerika, sprach anlässlich des Abschlusses des Weltweiten Marsches für Frieden und Gewaltfreiheit am 2.Januar in Punta de Vacas. Bei dieser Gelegenheit berichtete er auch über die Erfahrungen, die er während des Marsches zur Bewusstseinsbildung, der ihn durch die lateinamerikanischen Länder führte, gemacht hatte. Zum Schluss sprach er über die unmittelbare Zukunft der Humanistischen Bewegung.

Liebe Freundinnen und Freunde,

Der Weltweite Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit, der heute zu Ende geht, hat vor mehr als einem Jahr, am 15. November 2008, hier an eben diesem Ort begonnen. Hier hat er angefangen und hier endet er. Im Laufe dieses Jahres wurden Dutzende von Märschen und tausende Aktionen auf dem ganzen Planeten durchgeführt.

Dieser Marsch war ein Zeichen, ein Zeichen für Frieden und Gewaltfreiheit in einer Welt voller Gewalt, die stürmische Zeiten durchlebt. Es stimmt, der Marsch hat nicht dazu geführt, dass Waffenfabriken geschlossen wurden. Bomben bedrohen weiterhin das Leben auf der ganzen Welt und dieses grausame und unmenschliche System besteht immer noch. Um eins klar zu stellen: wir finden die aktuelle Situation entsetzlich, aber mit dem Marsch wurde nicht versucht den Status quo zu ändern, geschweige denn etwas zu organisieren…. Aber es hat sich etwas verändert. Ein Zeichen wurde gesetzt und ein Bewusstsein wird geschaffen.  Die Zeit wird zeigen, ob das Zeichen schwach oder stark war, wir wissen aber und da besteht kein Zweifel daran, dass es das richtige Zeichen war, es war das notwendige, dringende und mutige Zeichen.

Der historischen Richtigkeit halber muss man hier anmerken, im Laufe dieser Reise wurde vorgeschlagen, was seit der Entstehung der Humanistischen Bewegung gesagt wurde: Frieden und Gewaltfreiheit sind für uns von jeher die zentrale Sorge gewesen.

Ich hatte die Gelegenheit mit zu marschieren und den Kontrast zu sehen, der heute auf der Welt herrscht: Ich habe in Tijuana mit Schmerzen und Entsetzen eine Mauer gesehen, die die Vereinigten Staaten von Lateinamerika trennt und die Spuren von 5000 Verzweifelten trägt, die bei dem Versuch diese Mauer zu überwinden, umgekommen sind.
Aber ich habe auch die Maya und Quechua Völker gesehen, die im Morgengrauen mit ihren Segenswünschen den Marsch empfangen haben. Ich habe gesehen wie mitten in der Nacht in Esquipulas ein Denkmal für Frieden und Gewaltfreiheit, bestehend aus 22 Kinder-, Männer- und Frauenbeinen, die in ihrem Wunsch nach Frieden, Pistolen und Gewehre zertreten. Ich habe viele gute Menschen gesehen, die von einer besseren Welt träumen. Das ist der Marsch der besten menschlichen Bestrebungen, die die zukünftige Welt aufbauen werden.

An diesem inspirierenden Ort hat Silo  bereits vor 40 Jahren begonnen uns seine Lehre zu vermitteln, die davon handelt den Schmerz und das Leiden in uns und in unseren Völkern zu überwinden. Geleitet von seinen Worten haben wir die Humanistische Bewegung aufgebaut.

Aber auch die Humanistische Bewegung hat die Krise des Augenblicks erfahren und muss sich erneuern, um ein nützliches Instrument für die großen Veränderungen zu werden, die wir erleben.

Damit werden wir morgen beginnen.

Wir haben das Zeichen gesetzt. Jetzt müssen wir ihm Kontinuität und Wachstum verleihen. Dazu bedarf es an Organisation. Ein böses Wort, das uns nicht sehr gefällt, aber wenn wir Kontinuität erreichen wollen, müssen wir wachsen und wenn wir wachsen wollen, müssen wir uns organisieren. Uns organisieren, weil sich sonst alles auflöst und nichts übrig bleibt. Wir werden flexible Strukturen brauchen, die sich schnell an eine Welt anpassen können, die sich andauernd ändert.

Ab morgen werden wir mit allen Menschen, die hier sind und gemeinsam mit allen Freunden, die diesen Dialog in den verschiedenen Parks zum Studium und zur Reflexion mit verfolgen, anfangen auszutauschen um die 5 Organismen der Humanistischen Bewegung in Gang zu setzen.

Die Gemeinschaft (für die menschliche Entwicklung), die die Errichtung einer neuen Kultur untersucht, entwickelt und verbreitet, einer Kultur, die sich auf der Gewaltfreiheit gründet und die Ausdruck eines weit entwickelten Bewusstseins darstellt, in dem jede Form von Gewalt Abscheu hervorruft

Die Humanistische Partei  widmet sich der Veränderung der politischen Strukturen um eine wirkliche Demokratie zu erreichen, wobei sie vor allem auf die wirtschaftliche Gewalt hinweist, insbesondere derjenigen, die durch die Konzentration des spekulativen Finanzkapitals erzeugt wird und die Ursache des Leiden vieler Völker darstellt.Sie zielt darauf ab, eine gerechte Beziehung zwischen Arbeit und Kapital herzustellen.

Die Begegnung der Kulturen  sucht den Dialog in der Vielfalt der Kulturen und deren Begegnung in den Momenten ihrer höchsten Blütezeit in denen sie es erreichen den Menschen über jede andere Wahrheit hinweg zu respektieren.

Das Humanistische Weltstudienzentrum  fördert die Entwicklung eines raelationalen Denkens und einer strukturellen Methode im Bereich der Wissenschaften, indem es nach der "guten Erkennnis" sucht, damit die Wissenschaft zum Wohle der Menschheit beiträgt und niemals wieder zu ihrer Zerstörung .

Welt ohne Kriege und  Gewalt ist die Organisation, die den Weltweiten Marsch koordinierte und die uns hierhin geführt hat. Sie wird mit ihren Aktionen solange weiter machen bis die Kriege und die Gewalt vom Erdboden verschwunden sind

Diese fünf Organismen sind das Mittel und die Form die wir haben, um unser Projekt der Humanisierung in die Welt tragen. Und es werden die Leute sein, die den jeweiligen Organismus in Gang setzen und die sich im jeweiligen Organismus beteiligen, die über die Vorgehensweise entscheiden.

Lasst uns diese Tage nutzen, um uns mit Freunden zu treffen, die aus allen Ecken der Welt angereist sind. Lasst uns zusammenkommen, um uns zu fragen: welche Art von Organismus wollen wir, wie soll der Geist sein, der ihn belebt, was werden wir durch ihn in die Welt senden und wie kann man ihn am besten antreiben an all den Orten, an denen wir aktiv sind.

Freunde, der Nachmittag geht vorbei und dieser inspirierende Ort empfängt und beschenkt uns mit seiner ganzen Schönheit. Kommt, lasst uns mit jedem treffen, der helfen will bei dieser wunderbaren Aufgabe die Erde menschlisch zu machen. Und danach, ein paar Tage später, werden wir an unsere Orte zurück kehren, mit leuchtender Stirn und leuchtenden Händen.

Ich teile mit jedem von euch den Wunsch nach Frieden, Kraft und Freude.

  • Rede von Tomás Hirsch anlässlich des Abschlusses des Weltweiten Marsches für Frieden und Gewaltfreiheit am 2.Januar im Park zum Studium und zur Reflektion in Punta de Vacas, Mendoza, Argentinien.

Pressenza IPA
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